Sommerzeit! Was Eltern von Säuglingen jetzt übers Trinken wissen müssen

16.06.2017

Beratungstipp vom Netzwerk Gesund ins Leben – Wenn die Temperaturen im Sommer steigen, sind Eltern oft unsicher, ob ihr Säugling jetzt mehr Flüssigkeit braucht. Fachkräfte können hier durch gezielte Information Ängste nehmen. Ein voll gestilltes oder mit Säuglingsmilchnahrung ernährtes gesundes Kind braucht auch bei Sommerhitze keine zusätzlichen Getränke, erklärt das Netzwerk Gesund ins Leben, eine IN FORM-Initiative des Bundesernährungsministeriums.

Baby am Strand

Foto: © poplasen / Fotolia.com

Sowohl Muttermilch als auch Formulanahrung enthalten genügend freies Wasser, um alle Stoffe mit dem Urin auszuscheiden, die ausgeschieden werden müssen. Gleichzeitig bleibt beim gesunden Säugling ausreichend Wasser fürs Schwitzen, fürs Atmen und den Stuhl übrig. Wird der Säugling bereits an Beikost herangeführt, braucht er erst bei der Einführung des 3. Breis zusätzliche Flüssigkeit und zwar am besten Wasser [1, 2].

Krankheiten können den Flüssigkeitsbedarf des Säuglings erhöhen. Bei Fieber, Durchfall oder Erbrechen kann daher eine frühere und auch zusätzliche Flüssigkeitszufuhr nötig sein. Gestillte Säuglinge sollten in dieser Zeit häufiger angelegt werden. „Durch das Stillen nach Bedarf wird ausreichend Muttermilch gebildet, um die benötigte Menge an Flüssigkeit zu decken“, erklärt Prof. Hildegard Przyrembel, Kinder- und Jugendärztin im Netzwerk Gesund ins Leben. Nicht-gestillten Säuglingen kann zwischen den Mahlzeiten Wasser angeboten werden. Verdünnen von Säuglingsmilchnahrung ist nicht nötig und kann im Extremfall problematisch sein. So kann es zu schlechtem Gedeihen kommen, wenn Säuglinge zu stark verdünnte Nahrung erhalten, oder zu Wasserintoxikation, weil Säuglinge aus Hunger zu viel von der verdünnten Nahrung trinken und das zusätzliche Wasser über die Nieren nicht ausscheiden können.

Säuglingsmilchnahrung soll immer frisch vor der Mahlzeit zubereitet werden. Schon zubereitete, aber nicht getrunkene Reste sollen verworfen werden – und auf keinen Fall für die nächste Mahlzeit aufbewahrt werden [3]. „Diese allgemeine Empfehlung hat im Sommer besondere Bedeutung, weil sich krankmachende Keime unter warmen Bedingungen noch schneller vermehren.“, betont Przyrembel.

Einen ausführlichen Ratgeber rund um die Ernährung des Säuglings im 1. Lebensjahr und der stillenden Mutter bietet die App Baby & Essen. Sie ist vom Netzwerk Gesund ins Leben für junge Eltern entwickelt. Neben den Infos für jeden Lebensmonat gibt es Checks, Rechner und Rezepte zur Unterstützung im Familienalltag. Informationen zur App finden Sie unter www.gesund-ins-leben.de/app 

Quellen:

[1] Koletzko B, Bauer CP, Cierpka M et al. Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen. Aktualisierte Handlungsempfehlungen von "Gesund ins Leben - Netzwerk Junge Familie", eine Initiative von IN FORM. Monatschr Kinderheilkd 2016;164:765-89

[2] Gesund ins Leben (2013): Nachgefragt: Ab wann brauchen Säuglinge zusätzlich Flüssigkeit. www.gesundinsleben.de/Nachgefragt-Fluessigkeit-Fuer-Babys 

[3] Gesund ins Leben (2014): Nachgefragt: Worauf ist bei einer hygienischen Zubereitung von Säuglingsmilchnahrung zu achten? www.gesund-ins-leben.de/Nachgefragt-Zubereitung-Saeuglingsnahrung

 

Über Gesund ins Leben

Gesund ins Leben ist ein Netzwerk von Institutionen, Fachgesellschaften und Verbänden, die sich mit jungen Familien befassen. Das Ziel ist, Eltern einheitliche Botschaften zur Ernährung und Bewegung zu vermitteln, damit sie und ihre Kinder gesund leben und aufwachsen. Das Netzwerk Gesund ins Leben ist angesiedelt im Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) und Teil des nationalen Aktionsplans „IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung“. Weitere Informationen unter: www.gesund-ins-leben.de 

Abdruck honorarfrei. Belegexemplar erbeten. _________________________________________________________________________

 

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