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Junge Frau mit Baby
poco_bw / stock.adobe.com

In zwei afrikanischen Staaten läuft eine Studie, die von Forschenden der Universität von Kalifornien geleitet und von der Gates-Stiftung finanziert wird. In der Studie werden ausschließlich gestillten Säuglingen mit geringem Geburtsgewicht nach dem Zufallsprinzip täglich kleine Mengen industriell hergestellter Säuglingsnahrung zugeteilt. Damit wird überprüft, ob dies die Gewichtszunahme bis zum Alter von 30 Tagen fördert. Durchgeführt wird sie in Uganda und Guinea-Bissau. In Afrika sterben jährlich mehr als 330.000 Babys an den Folgen falscher Ernährung und mangelnder Lebensmittelsicherheit, u. a. auch wegen verunreinigten Trinkwassers.

Es gibt keine Rechtfertigung dafür, gestillten Säuglingen ohne medizinische Indikation Säuglingsnahrung zu geben, nur um das Gewicht und das Wachstum zu fördern. Randomisierte Studien zum Stillen gelten als unethisch (s. GINIplus-Studie 2012), da jegliches Zufüttern gelingendes Stillen gefährden kann und daher möglicherweise auf Kosten anderer wichtiger gesundheitlicher Vorteile des ausschließlichen Stillens geht.

Die Studie wurde durch die Nationalen Ethikkommissionen der betroffenen Länder genehmigt. Laut dem International Baby Food Action Network (IBFAN), einer Organisation zur Verbesserung der Gesundheit von Säuglingen und Kleinkindern, ignoriert die Studie dagegen die Deklaration von Helsinki, die zu besonderer Vorsicht bei Studien in vulnerablen Bevölkerungsgruppen auffordert. Daher ruft IBFAN international zu Protest gegen die Studie auf.

Weitere Informationen:

Der ausführliche Bericht bei BZfE

Studienprotokoll

International Baby Food Action Network (IBFAN)

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