Häufigen Irrtümern ...

Irrtum 1

Mütter müssen zur Allergievorbeugung auf bestimmte Lebensmittel verzichten.

Weder in der Schwangerschaft noch in der Stillzeit müssen Mütter bestimmte Lebensmittel weglassen, um Allergien vorzubeugen. Darin sind sich alle Fachleute einig, die sich mit der Allergieentstehung und ihren Einflussfaktoren auseinander gesetzt haben. Ältere Empfehlungen rieten zum Verzicht auf häufige Allergieauslöser wie Milch, Ei, Fisch oder Soja. Das ist jedoch nicht nötig, wie man heute weiß.

Im Gegenteil: Mütter tun sich und ihrem Kind etwas Gutes, wenn sie  abwechslungsreich und ausgewogen essen, und zwar aus mehreren Gründen:

  1. Für die Mutter gibt es keine Entbehrungen.

  2. Mutter und Kind werden mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt.

  3. Das kindliche Immunsystem kommt über die Nabelschnur oder die Muttermilch mit geringen Mengen möglicher Allergieauslöser in Kontakt. Dadurch kann es sich sanft daran gewöhnen, ohne allergisch zu reagieren.

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Irrtum 2

Ziegen- oder Stutenmilch schützen Babys vor Allergien.

Es ist nicht sinnvoll, Säuglinge mit Ziegen- oder Stutenmilch zu füttern. Das Eiweiß aus Kuhmilch ist in der Regel das erste fremde Eiweiß, das Babys kennenlernen. Manche Säuglinge reagieren darauf allergisch. Da mag die Annahme naheliegen, dass Ziegen- oder Stutenmilch für die Ernährung von Babys besser geeignet sein müsste als Kuhmilch.

Doch auch Ziegen- oder Stutenmilch können Allergien auslösen, weil ihr Eiweiß dem von Kuhmilch ähnelt. Für die Ernährung von Babys sind diese Milchen insgesamt ungeeignet. Denn ihre Nährstoffe reichen nicht für eine gute Versorgung von Säuglingen aus und es kann zu Mangelerscheinungen kommen.

Wenn in einer Familie schon Allergien bekannt sind, ist so genannte HA-Nahrung der beste Muttermilchersatz für Babys. Und wenn ein Baby bereits allergisch auf Kuhmilcheiweiß reagiert, dann bekommt es am besten eine stark hydrolysierte Spezialnahrung.


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Irrtum 3

Allergiegefährdete Babys sollten so lange wie möglich gestillt werden.

Muttermilch ist in der ersten Zeit die beste Nahrung für Babys. Mehr brauchen sie nicht, ganz gleich ob sie allergiefährdet sind oder nicht.

Je nach dem Verlangen des Babys kann ab Beginn des 5. Monats mit dem Füttern weiterer Lebensmittel begonnen werden. So gewöhnt sich das kindliche Immunsystems an neue Lebensmittel. Die Umstellung kann langsam und entsprechend der Bedürfnisse von Mutter und Kind geschehen. Dabei ist es sehr empfehlenswert, dem Baby neben Brei (der so genannten Beikost) weiterhin Muttermilch zu geben. Das verbessert die Verträglichkeit neuer Lebensmittel.

Spätestens mit Beginn des 7. Monats sollte der erste Brei auf dem Speiseplan stehen, um das Baby ausreichend zu versorgen.


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Irrtum 4

Kuhmilch, Weizen und Fisch sind im ersten Lebensjahr tabu für allergiegefährdete Babys.

Es ist gut, wenn Babys schon im ersten Jahr mögliche allergieauslösende Lebensmittel kennenlernen. Das gilt auch für allergiegefährdete Babys. Ab dem Beginn des 5. Lebensmonats dürfen deswegen Schritt für Schritt (und nach den Bedürfnissen des Babys) Kuhmilch, Weizen oder Fisch eingeführt werden.

Besonders bei Getreide ist es sogar sinnvoll, zwischen dem 5. und 7. Monat mit kleinen Mengen zu beginnen. Damit kann die Wahrscheinlichkeit gesenkt werden, dass ein Baby eine Unverträglichkeit gegenüber dem Weizeneiweiß Gluten (= Zöliakie) entwickelt. Das gilt besonders, wenn das Baby daneben noch Muttermilch bekommt und Familienmitglieder Zöliakie haben.


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Irrtum 5

Möhren sind für allergiegefährdete Babys nicht geeignet.

Im Gegenteil: Möhren bringen viele wichtige Nährstoffe mit und sind als erste feste Nahrung für alle Babys gut geeignet. Babys mögen ihren süßlichen Geschmack meist gerne. Nur in Ausnahmefällen lösen Möhren Allergien aus.

Woher kommt der Irrtum, dass Möhren nicht geeignet sind? Das kindliche Verdauungssystem hat bei der Umstellung von Milch auf Brei viel zu leisten. Am Anfang können dabei einige Schwierigkeiten auftreten. Möhren sind oft das erste Lebensmittel, das Babys nach der Mutter- oder Säuglingsmilch bekommen. Deshalb haben Eltern manchmal den Verdacht, dass die Möhre der Auslöser für alle Reaktionen in dieser Umstellungsphase sei. Möhren wirken zum Beispiel bei Säuglingen stuhlfestigend. Falls ab und zu Verstopfungen auftreten, hat das jedoch nichts mit einer Allergie zu tun.

Manche Eltern machen sich auch Gedanken, weil viele Pollenallergiker keine rohen Möhren vertragen. Was viele nicht wissen: gekocht (wie zum Beispiel in Babybrei) sind Möhren für Allergiker kein Problem, denn beim Erhitzen verlieren sie ihre allergene Wirkung.


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Irrtum 6

Felltragende Tiere im Haus sollten vorsorglich abgeschafft werden.

Grundsätzlich müssen Haustiere nicht abgeschafft werden, wenn ein Baby unterwegs ist. Fest steht allerdings, dass allergiegefährdete Säuglinge in einer katzenfreien Umgebung besser aufgehoben sind. Hunde gelten als nicht problematisch.


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Irrtum 7

Passivrauchen der Mutter ist nicht problematisch.

Tabakrauch zu meiden, ist eine wichtige Maßnahme für die Vorbeugung von Allergien. Das gilt auch für das Passivrauchen der Mutter. Eine rauchfreie Umgebung in der Schwangerschaft und in der Stillzeit verbessert insgesamt die Startbedingungen eines Kindes deutlich.


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Irrtum 8

Impfen löst Allergien beim Säugling aus.

Manche Eltern fürchten, Impfungen würden das Immunsystem von Säuglingen überlasten und deshalb Allergien auslösen. Das stimmt jedoch nicht, wie zahlreiche Studien bestätigen. Deswegen ist es sehr wichtig, auch allergiegefährdete Säuglinge impfen zu lassen.


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Irrtum 9

Wenn ich bei der Allergievorbeugung alles richtig mache, bekommt mein Baby ganz sicher keine Allergie.

Einen hundertprozentigen Schutz gibt es leider nicht. Denn bei der Entstehung von Allergien spielen letztlich die Erbanlagen in der Familie die größte Rolle. Einige sinnvolle Maßnahmen können jedoch dazu beitragen, dass Babys seltener Allergien bekommen. Lässt sich eine Allergie nicht verhindern, leisten diese Maßnahmen trotzdem einen wichtigen Beitrag: Sie können helfen, den Zeitpunkt des Allergieausbruch zu verzögern und die Beschwerden zu mildern.

Wer sich also an die Empfehlungen hält, hat alles richtig gemacht, auch wenn sich eine Allergie entwickelt.


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Irrtum 10

Allergievorbeugung macht nur für allergiegefährdete Babys Sinn.

Für alle Familien ist es sinnvoll, sich bei ihrem Baby um die Vorbeugung von Allergien zu kümmern.

Grundsätzlich kann jedes Baby eine Allergie entwickeln. Das gilt auch für Babys aus bis bisher allergiefreien Familien. Von ihnen entwickelt immerhin noch jedes sechste bis siebte Baby im Laufe seines Lebens eine Allergie.

Wer die Empfehlungen zur Vorbeugung ernst nimmt und die wenigen einfachen Maßnahmen umsetzt, senkt nicht nur das Allergierisiko. Eltern fördern damit auch insgesamt eine gesunde Entwicklung ihres Babys.