Essen lernen

Kinder lernen das Essen auf ähnliche Weise wie ihre Sprache: durch Selbermachen und Nachahmen. Genau jetzt, in den ersten zwei bis drei Lebensjahren, wird die Basis für ein genussvolles und gesundes Essverhalten gelegt. Nicht immer geht alles glatt. Doch Dranbleiben lohnt sich auf jeden Fall!

Ich bin doch kein Baby mehr!

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Ihr Kind wächst langsam aus dem Babyalter heraus. Jetzt beginnt eine bewegte neue Zeit, ganz nach dem Motto: Ich will selber! Mit nur wenigen Ausnahmen kann Ihr Kind jetzt das Gleiche essen wie die ganze Familie. Gut für alle, denn sie können jetzt alles gemeinsam genießen.


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Gemeinsam entspannt essen

Bei gemeinsamen Mahlzeiten lernen Kinder mit der Zeit alles, was sie für ein gutes Essverhalten brauchen. Ganz einfach indem sie die Großen beobachten, sie nachahmen und alles selbst ausprobieren.

Mit diesen Familien-Regeln fühlen sich Groß und Klein am Tisch wohl:

  • Feste Essenszeiten – möglichst täglich eine Mahlzeit zusammen. Das verbindet die ganze Familie.
  • Ein Ritual zu Anfang (z. B. guten Appetit wünschen, „piep, piep, piep“)
  • Tisch zusammen decken – Ihr Kind hilft gerne mit!
  • Am Esstisch und ohne Ablenkung schmeckt´s am besten – genießen Sie die gemütliche Stimmung ohne Handy oder Bildschirm.

Nachgefragt: Wie gelingt das gemeinsame Essen mit Kleinkindern am Familientisch?


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Rhythmus für Mahlzeiten finden

Legen Sie Ihren eigenen Familienrhythmus beim Essen fest. Mit zum Beispiel 3 Haupt- und bis zu 2 Zwischenmahlzeiten ist Ihr Kind den ganzen Tag über bestens versorgt. Zu jeder Mahlzeit und auch zwischendurch darf getrunken werden – am besten Wasser.

Nachgefragt: Wie viel sollen Kleinkinder trinken?


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Mal nicht ans Essen denken

Zwischen den Mahlzeiten sollte es ruhig Essenspausen von mindestens 2 bis 3 Stunden geben. So entsteht ein natürliches Hungergefühl vor der nächsten Mahlzeit. Ihr Kind wird sich dann mit Genuss satt essen.


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Hunger und Sättigung kennenlernen

Geben Sie anfangs nur eine kleine Portion auf den Teller. Wenn Ihr Kind möchte, darf es dann nachnehmen. Mit der Zeit wird es lernen, wie viel es braucht um satt zu sein. Zwingen Sie Ihr Kind nicht aufzuessen. Reste auf dem Teller sind erlaubt. Und wenn Ihr Kind wächst oder einen Entwicklungsschritt macht, kann es mal sehr großen – oder auch keinen Hunger haben. Das ist normal und kein Grund zur Sorge! Tipp: Sie entscheiden, wann, wie und was für Speisen auf den Tisch kommen. Ihr Kind entscheidet, wie viel es davon isst. 


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Übung macht den Meister

Erst mit den Fingern, später mit Besteck – Ihr Kind liebt es, selber zu essen. Es lernt dabei über riechen, schmecken und fühlen neue Lebensmittel kennen. Kleckern, matschen, spucken gehören ebenso dazu wie Spaß haben, wohlfühlen und satt werden. Bleiben Sie geduldig, auch wenn mal was daneben geht!


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Vielfalt der Lebensmittel erfahren!

Geschmacksvorlieben aus dem Kleinkindalter wird Ihr Kind bis ins Erwachsenenalter mitnehmen. Sorgen Sie deshalb für ein vielfältiges Angebot und ermutigen Sie Ihr Kind, Neues zu probieren. Es kann mit Freude entdecken, wie verschiedene Lebensmittel aussehen, riechen und sich anfühlen.

Jedes Kind ist anders, das gilt auch fürs Essen und Trinken. Die einen probieren alles aus, die anderen sind wählerisch. Bleiben Sie geduldig, wenn Ihr Kind erst nur wenig mag. Bieten Sie neue Speisen immer mal wieder ohne Druck an, denn es braucht Zeit, sich an einen neuen Geschmack zu gewöhnen.


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Tipps für wählerische kleine Esser

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Kind nimmt Karottenstück von Frau

Ihr Kind isst nur einige wenige Lebensmittel und möchte Unbekanntes nicht einmal probieren? Es verlangt tagelang Nudeln ohne Soße oder sortiert selbst winzige Gemüsestückchen fein säuberlich aus dem Essen aus? Häufig handelt es sich um eine vorübergehende Phase. Hier ist Geduld gefragt – und das Vertrauen, dass Ihr Kind seine Lebensmittel- und Speisenauswahl mit der Zeit und mit Ihrer Unterstützung erweitern wird:

  • Bieten Sie neue Lebensmittel ohne Zwang an. Akzeptieren Sie die Ablehnung und bieten Sie das abgelehnte Lebensmittel ein anderes Mal wieder an.
  • Ihr Kind lernt auch beim Essen von Ihnen. Seien Sie ein Vorbild und essen sie abwechslungsreich und mit Genuss. Wenn Sie selbst neue Speisen mit Freude probieren, kann das die Neugier Ihres Kindes stärker wecken, als wenn Sie es zum Probieren auffordern.
  • Bereiten Sie z. B. Gemüse abwechslungsreich zu (roh fein gerieben, gekocht, gebraten, Stücke zum Dippen, püriert als Suppe, in Smoothies etc.). Viele Kinder essen Gemüse lieber roh als gekocht.
  • Mischen Sie neue Lebensmittel mit Lieblingsspeisen Ihres Kindes, das kann die Akzeptanz steigern.
  • Auch lustige Gesichter oder andere Formen aus buntem Gemüse und Obst lieben Kinder, vor allem, wenn sie bei der Zubereitung helfen dürfen. Auch zu entdecken, wie Lebensmittel aussehen, wie sie riechen und sich anfühlen, welchen Geschmack und welche Konsistenz sie haben fördert die Akzeptanz.
  • Bleiben Sie gelassen und konzentrieren Sie sich aufs Wesentliche: eine insgesamt abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung.

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