Nachgefragt im Januar: Worauf ist bei einer hygienischen Zubereitung von Säuglingsmilchnahrung zu achten?

17.01.2014

Zubereitete Säuglingsmilchnahrung ist bei Zimmertemperatur ein guter Nährboden für Bakterien. Diese können sowohl aus dem Pulver als auch aus der Umgebung, über Löffel, Sauger oder Trinkfläschchen, bei der Zubereitung in die Milch gelangen. Infektionen mit krank machenden Keimen treten zwar selten auf, um das Infektionsrisiko für den Säugling jedoch noch weiter zu minimieren, ist eine hygienische Zubereitung und Behandlung der Säuglingsmilchnahrung entscheidend. Viele Eltern sind unsicher und stellen die Frage: Worauf ist bei einer hygienischen Zubereitung der Milch zu achten?

Babyfläschchen

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Das Netzwerk Gesund ins Leben, eine IN FORM Initiative des Bundesernährungsministeriums, empfiehlt, die Säuglingsmilchnahrung immer frisch vor der Mahlzeit zuzubereiten, nicht getrunkene Reste zu verwerfen und die mit der Milch in Berührung kommenden Gerätschaften unmittelbar nach Gebrauch sorgfältig zu reinigen. Nur so kann sichergestellt werden, dass sich keine Umgebungskeime in der Milch vermehren, die dem Baby möglicherweise schaden können [1, 2].

Säuglingsmilch vor dem Füttern immer frisch zubereiten. Pulverförmige Säuglingsnahrung kann geringe Mengen an Bakterien enthalten, die sich jedoch dort nicht vermehren können. Auch die Zubereitungsutensilien sind nicht steril, wodurch mögliche krank machende Bakterien in die Milch gelangen können. Das größte hygienische Risiko stellt die Vermehrung gesundheitsgefährdender Bakterien wie Escherichia coli (E. coli) und Salmonellen in der zubereiteten Milchnahrung dar. Es wird entscheidend von den Standzeiten beeinflusst. Eine kurze Standzeit, also die Zeit zwischen Zubereitung und Fütterung, trägt entscheidend dazu bei, das Infektionsrisiko zu minimieren. Nach dem Anrühren sollte die Milch innerhalb von zwei Stunden verfüttert werden. Zusätzlich wird empfohlen, Milchnahrungsreste nicht für die nächste Mahlzeit aufzuheben und wieder aufzuwärmen, sondern gleich zu verwerfen [1, 2]. Dies ist die entscheidende hygienische Vorsichtsmaßnahme.

Frisches Trinkwasser eignet sich zur Zubereitung von Säuglingsnahrung. Trinkwasser (Leitungswasser) sollte dafür immer selbst erwärmt und nicht warm aus der Leitung entnommen werden. Dazu sollte es vorher ablaufen, bis es frisch und kalt aus der Leitung fließt. Beim Anschütteln der Milchnahrung sollte das Wasser lauwarm, maximal 40° C, sein. Bei dieser Temperatur löst sich das Pulver leicht und Verbrühungen werden vermieden. Eine Verunreinigung des Wassers, zum Beispiel durch Bakterien die am Wasserhahn haften können, ist nicht ganz auszuschließen. Wer dem begegnen möchte, kann in den ersten Lebenswochen oder -monaten das Wasser zur Milchzubereitung abkochen und anschließend auf 30 bis 40° C abkühlen lassen [1]. Das Abkühlen ist wichtig, um Verbrühungen des Säuglings zu vermeiden.

Nicht geeignet ist Wasser aus Bleileitungen oder Hausbrunnen, deren Wasserqualität nicht geprüft wurde. In diesen Fällen sollte abgepacktes Wasser verwendet werden, das den Hinweis trägt: „Für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet“. [3]

Flaschen und Sauger direkt nach jeder Mahlzeit gründlich reinigen. Damit kann ein Antrocknen von Nahrungsresten vermieden werden. Ein Auskochen oder Sterilisieren würde im häuslichen Bereich neben der gründlichen Reinigung mit heißem Wasser und Spülmittel oder in der Spülmaschine bei 65° C in der Regel keinen weiteren Vorteil bringen. Bei Gummisaugern lohnt sich jedoch ein gelegentliches Auskochen oder der regelmäßige Austausch. Sie werden im Gegensatz zu Silikonsaugern mit der Zeit porös und es können sich Bakterien in den Ritzen ansammeln. Gespülte Flaschen und Sauger sollten anschließend immer trocken aufbewahrt werden [1, 2]. So kann eine Übertragung von Keimen bei der Zubereitung der Milchnahrung verhindert werden.

Bei der Zubereitung grundlegende Hygieneregeln beachten. Dazu gehört das gründliche Händewaschen mit Seife unter fließend warmem Wasser vor der Zubereitung von Säuglingsmilch. Außerdem sollten rohe Lebensmittel nicht gleichzeitig in der Nähe zubereitet werden, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden [1, 2].

Quellen:

[1] Koletzko B, Bauer C-P, Brönstrup A et al.: Säuglingsernährung und Ernährung der stillenden Mutter. Aktualisierte Handlungsempfehlungen des Netzwerks Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie. Monatsschr Kinderheilkd 161, 237–46 (2013)

[2] Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Stellungnahme Nr. 040/2012 des BfR vom 06.11.2012. BfR, Berlin, 2012. www.bfr.bund.de/cm/343/empfehlungen-zur-hygienischen-zubereitung-von-pulverfoermiger-saeuglingsnahrung.pdf, abgerufen am 18.12.2013

[3] Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ): Hinweise zur Zubereitung und Handhabung von Säuglingsnahrung. DGKJ, Berlin, 2004. www.dgkj.de/wissenschaft/stellungnahmen/meldung/meldungsdetail/hinweise_zur_zubereitung_und_handhabung_von_saeuglingsnahrungen/, abgerufen am 18.12.2013

 

 

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