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Kinder lernen Essen so ähnlich wie Sprechen: durch Selbermachen, Nachahmen und den Austausch mit Bezugspersonen. Nicht immer geht dabei alles glatt, doch Dranbleiben lohnt sich. Denn jetzt, in den ersten zwei bis drei Jahren, wird die Basis fürs spätere Essverhalten gelegt.

Kleinkind spielt mit Essen
Oksana Kuzmina/Fotolia.com

Um den ersten Geburtstag herum endet langsam die Beikostzeit. Mit nur wenigen Ausnahmen können Kinder jetzt die gleichen Gerichte essen wie alle anderen. Was in der Theorie einfach klingt, müssen die Kleinen praktisch erst lernen. Eltern brauchen dabei vor allem eines: Geduld.

Übung macht den Meister

Ob mit den Fingern oder mit Besteck – Kleinkinder lieben es, selber zu essen. Besonders der Umgang mit Besteck braucht jedoch einiges an Übung. Ab welchem Alter ein Kind „unfallfrei“ essen kann, ist sehr unterschiedlich, erstmal wird jedes Kleinkind kleckern. Diesen Gedanken im Hinterkopf, können Eltern Kleckse auf Tisch und Boden oder umgefallene Gläser vielleicht gelassener nehmen. Lob für Dinge, die das Kind schon kann, trägt zu einer guten Stimmung bei und macht es stolz und selbstbewusst. Kleinere Gabeln und Löffel sowie Schüsseln statt flacher Teller können beim Essenlernen helfen.

Kinder lernen Vieles durch Nachahmung. Sowohl bezogen auf das Verhalten am Esstisch als auch auf die Lebensmittelauswahl sind Bezugspersonen wie Eltern oder Geschwister ihre Vorbilder. Essen diese Personen z. B. mit Genuss Gemüse und probieren gerne Neues, schauen sich die Kleinen dieses Verhalten ab.

Routinen geben Sicherheit

Gewohnte Abläufe und klare Regeln schaffen bei Kleinkindern Sicherheit und tragen zu einem entspannteren Essen bei. Dazu gehören zum Beispiel feste Essenszeiten – am besten drei Haupt- und zwei Zwischenmahlzeiten täglich mit zwei bis drei Stunden Pause zwischen den Mahlzeiten. Aber auch das gemeinsame Decken des Tisches oder Vorbereiten der Mahlzeit schafft einen Rahmen.

Idealerweise essen Kinder mindestens einmal täglich zusammen mit einer Bezugsperson. Viele Kinder genießen die Mahlzeit dann mehr und essen vielfältiger als alleine. Ob morgens, mittags oder abends spielt dabei keine Rolle. Hauptsache es gibt genügend Zeit, um in Ruhe und entspannt zu essen. Die Kleinen lernen so außerdem, sich Zeit zum Essen und Sattwerden zu nehmen.

Fokus auf die Mahlzeit

Diese Infos gibt es auch in Einfacher Sprache Wenn ein Kind spielt, sollte es nicht nebenher essen; wenn es isst, sollte es nicht nebenher spielen. Kinder lernen so, dass es bestimmte Zeiten für bestimmte Aktivitäten gibt. Das gleiche gilt für Bezugspersonen: Handys und andere Bildschirmmedien sollten beim Essen beiseitegelegt bzw. ausgeschaltet bleiben, damit der Fokus auf der gemeinsamen Mahlzeit liegt.

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