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Kinder lernen Essen so ähnlich wie Sprechen: durch Selbermachen, Nachahmen und den Austausch mit Eltern und anderen Menschen. Nicht immer geht dabei alles glatt! Doch Dranbleiben lohnt sich. Denn jetzt, in den ersten zwei bis drei Jahren, wird die Basis fürs spätere Essverhalten gelegt.

Kleinkind spielt Essen
Oksana Kuzmina / Fotolia.com

Ihr Kind wächst langsam aus dem Babyalter heraus. Jetzt beginnt eine bewegte neue Zeit, ganz nach dem Motto: Ich will selber! Mit nur wenigen Ausnahmen kann Ihr Kind jetzt das Gleiche essen wie die ganze Familie. Gut für alle, denn Sie können jetzt alles gemeinsam genießen.

Gemeinsam Essen ist nicht nur zum Sattwerden gut, sondern ein wichtiger Teil des Familienlebens. Am Tisch lernen Kinder zu kommunizieren und es werden Einstellungen zur Auswahl und Gestaltung des Essens vermittelt, die ein Kind fürs Leben prägen.

Gemeinsam entspannt essen

Idealerweise isst das Kind so oft wie möglich mit mindestens einem Familienmitglied. Ob morgens, mittags oder abends, spielt dabei keine Rolle. Hauptsache es gibt genügend Zeit, um in Ruhe und entspannt essen zu können. Erzählen, lachen und Spaß machen schafft eine angenehme Stimmung am Tisch, während Fernseher und andere Ablenkungen stören. Zeigen Sie auch Toleranz fürs Kleckern. Denn wenn Eltern es ihrem Kind ermöglichen, selbstständig zu essen und aktiv an den Mahlzeiten teilzunehmen, wird das gemeinsame Essen zu einer runden Lernerfahrung.

Rhythmus für Mahlzeiten finden

Legen Sie Ihren eigenen Familienrhythmus beim Essen fest. Drei größere und zwei kleinere Mahlzeiten sind für viele Kleinkinder passend, das ist aber von Familie zu Familie unterschiedlich. Wenn die einzelnen Mahlzeiten aus unterschiedlichen Lebensmittelgruppen bestehen, wird ein vollständiges und ausgewogenes Essen daraus. Eine Hauptmahlzeit besteht zur Hälfte aus Gemüse oder Salaten und zu einem Viertel aus Lebensmitteln mit viel Eiweiß (Hülsenfrüchte, Ei,  Fisch, Fleisch, Quark) und zu einem Viertel aus Lebensmitteln, die reich an Kohlenhydraten wie Stärke sind (Kartoffeln, Vollkornnudeln, Reis, Brot). Zu jeder Mahlzeit und auch zwischendurch Getränke anbieten – am besten Wasser.  

Warum Essenspausen wichtig sind

Zwischen den Mahlzeiten sollte es essensfreie Zeiten von mindestens zwei bis drei Stunden geben. So entsteht ein natürliches Hungergefühl vor der nächsten Mahlzeit. Ihr Kind wird sich dann eher mit Genuss satt essen.

Hunger und Sättigung kennenlernen

Geben Sie anfangs nur eine kleine Portion auf den Teller. Wenn Ihr Kind möchte, darf es eine kleine Portion nachnehmen. Mit der Zeit wird es lernen, wie viel es braucht, um satt zu sein. Wenn Ihr Kind aufhört zu essen, ermutigen Sie es ein oder zwei Mal und beenden Sie dann die Mahlzeit. Reste auf dem Teller sind erlaubt. Wenn Ihr Kind wächst oder einen Entwicklungsschritt macht, kann es auch mal sehr großen oder keinen Hunger haben. Das kommt bei vielen Kindern vor. Beim Essen gibt es klare Aufgaben: Sie entscheiden, wann, wie und was für Speisen auf den Tisch kommen. Und Ihr Kind entscheidet, wie viel es davon isst.

Übung macht den Meister

Ob mit den Fingern oder mit Besteck – Ihr Kind liebt es, selber zu essen. Es lernt dabei neue Lebensmittel nicht nur über den Geschmack, sondern mit allen Sinnen kennen. Wann ein Kind selbstständig mit Löffel oder Gabel essen kann, ist unterschiedlich. Kleinere Gabeln und Löffel sowie Schüsseln statt flacher Teller können beim Essen-Lernen helfen.

Vorschlag für Regeln rund um den Esstisch

  • Regelmäßige Essenszeiten für das Kind, so oft wie möglich gemeinsam mit einem anderen Familienmitglied.
  • Das Kind isst selbstständig mit, sobald es dazu in der Lage ist.
  • Tisch zusammen decken, Obst und Gemüse waschen oder klein schneiden – Kinder helfen gerne mit! 
  • Am Esstisch und ohne Ablenkung schmeckt es am besten – wir genießen die gemütliche Stimmung ohne Smartphone oder Bildschirm.

Welche Regeln gibt es in Ihrer Familie?

Vielfalt der Lebensmittel erfahren

Geschmacksvorlieben aus dem Kleinkindalter wird Ihr Kind bis ins Erwachsenenalter mitnehmen. Sorgen Sie deshalb für ein vielfältiges Angebot und ermutigen Sie Ihr Kind, Neues zu probieren. Es kann mit Freude entdecken, wie verschiedene Lebensmittel aussehen, riechen und sich im Mund anfühlen.

Jedes Kind ist anders, das gilt auch fürs Essen und Trinken. Die einen probieren alles aus, die anderen sind wählerisch. Bleiben Sie geduldig, wenn Ihr Kind erst nur wenig mag. Bieten Sie neue Speisen immer mal wieder ohne Druck an, denn es braucht Zeit, sich an einen neuen Geschmack zu gewöhnen.

Tipps für wählerische kleine Esser

Bieten Sie neue Lebensmittel ohne Zwang an. Akzeptieren Sie die Ablehnung und bieten Sie das abgelehnte Lebensmittel ein anderes Mal wieder an. Ihr Kind isst nur einige wenige Lebensmittel und möchte Unbekanntes nicht einmal probieren? Es verlangt tagelang Nudeln ohne Soße oder sortiert selbst winzige Gemüsestückchen fein säuberlich aus dem Essen aus? Häufig handelt es sich um eine vorübergehende Phase. Hier ist Geduld gefragt – und das Vertrauen, dass Ihr Kind seine Lebensmittel- und Speisenauswahl mit der Zeit und mit Ihrer Unterstützung erweitern wird:

  • Ihr Kind lernt auch beim Essen von Ihnen. Seien Sie ein Vorbild und essen sie abwechslungsreich und mit Genuss. Wenn Sie selbst neue Speisen mit Freude probieren, kann das die Neugier Ihres Kindes stärker wecken, als wenn Sie es zum Probieren auffordern.
  • Bereiten Sie Gemüse abwechslungsreich zu (roh fein gerieben, gekocht, gebraten, Stücke zum Dippen, püriert als Suppe, in Smoothies etc.). Viele Kinder essen Gemüse lieber roh als gekocht.
  • Vielleicht mag ihr Kind ein neues Lebensmittel ausprobieren, wenn Sie es mit einer Lieblingsspeise mischen.
  • Auch lustige Gesichter oder andere Formen aus buntem Gemüse und Obst lieben Kinder, vor allem, wenn sie bei der Zubereitung helfen dürfen. Auch zu entdecken, wie Lebensmittel aussehen, wie sie riechen, welchen Geschmack und welche Konsistenz sie haben, fördert die Akzeptanz.
  • Bleiben Sie gelassen und konzentrieren Sie sich aufs Wesentliche: Ihrem Kind eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung anzubieten.

Diesen Text gibt es auch in Einfacher Sprache.

Ist Ihr Kind gesund, aktiv und zufrieden, können Sie davon ausgehen, dass es ausreichende Mengen isst. Wenn Sie sich um das Gewicht oder die Entwicklung sorgen, wenden Sie sich an Ihren Kinder- und Jugendarzt oder Ihre Kinder- und Jugendärztin.

Lesen Sie weiter: Das kommt bei Kleinkindern auf den Teller.

Nachgefragt

Wie viel sollen Kleinkinder trinken?

Kleinkinder sollten regelmäßig zu den Mahlzeiten Wasser trinken. Auch zwischendurch sollten Eltern ihrem Kind immer wieder Wasser aus Tasse oder Becher anbieten. Ein gutes Maß für den Alltag sind 6 kleine Gläser pro Tag. Auch Früchte- oder Kräutertee – ohne Zucker, Honig oder andere Süßungsmittel – sind geeignete Durstlöscher, die dem Kind ab und zu außer Wasser angeboten werden können.

Welche Lebensmittel sind für Kleinkinder tabu?

Kleinkinder können fast so essen „wie die Großen“. Bei der Auswahl von Lebensmitteln gelten für sie die gleichen Empfehlungen wie für eine ausgewogene Familienernährung: reichlich Pflanzliches und Wasser, mäßig Tierisches und sparsam Fettes und Süßes. Nur einige wenige Lebensmittel sollten Kleinkinder noch nicht essen, empfiehlt das Netzwerk Gesund ins Leben: Nüsse und Mandeln im Ganzen oder in Stücken und andere harte Lebensmittelstücke – etwa in Erdnussgröße – und rohe tierische Lebensmittel. Mehr dazu finden Sie hier.

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